Nüchtern betrachtet: Es muss nicht immer geritten werden

Kultur | aus FALTER 35/00 vom 30.08.2000

Neulich hat sogar ein Taxifahrer für mich gebremst. Hätte er nicht machen müssen. Hat er aber. Ließ mich auf der Prater Hauptallee einfach über den Zebrastreifen laufen. Spätestens seit diesem Vorfall weiß ich, dass der natürliche Feind des Praterläufers nicht im Auto, sondern buchstäblich hoch zu Ross sitzt. Reiten ist das mit Abstand übelste soziopathische Verhalten, das in unserer Kultur als Sportart durchgeht (warum hier seit Jahrzehnten eine Gesetzeslücke aufklafft, die zu schließen ich den Justizminister hiermit eindringlich auffordere, ist unerklärlich). Von wegen Sport! Menschen sitzen auf den Rücken von Tieren, die von der Natur weder zum Laufen noch zum Springen, sondern ausschließlich zum Ziehen von Lasten ersonnen wurden, und bewegen sich im Schritttempo durch den Prater. Sie würden von jedem mediokren Power-Walker überholt werden, würden diese Bestien mit ihren, oft den Durchmesser von 50-Liter-Fässern erreichenden Hufen nicht so viel Staub aufwirbeln und

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