"Die Fut ist der Hintern"

Fussball. Toni Polster streift am 1. September gegen Iran zum letzten Mal das Nationaldress über. Der Starstürmer über labile Kicker und kindische Trainer, Laster und Schlampen, politische Angebote und kölsche Sprachverwirrungen.

Stadtleben | Gerald John / Köln | aus FALTER 35/00 vom 30.08.2000

Kostverächter ist er keiner", sagt der Kellner im Kölner Vorstadtbeisl "Zur Scheune": "Bis sechs Uhr früh war er in der Kneipe. Länger als ich." Stehvermögen beweist Toni Polster gerne bei von ihm veranstalteten Wohltätigkeitsevents, zu denen gewöhnlich die halbe Kölner Prominenz von Alt-Trainer Udo Lattek bis zu Sabrina und Jürgen von "Big Brother" antanzt.

Polster zieht immer noch. Und das seit bald 30 Jahren: 1973 startete der Kicker seine Karriere bei der Wiener Austria, gewann je dreimal Meister- und Schützentitel, einmal den Cup. Insgesamt 119 Meisterschaftstore und der Goldene Schuh als europäischer Torschützenkönig verhalfen ihm 1987 zu einem Transfer ins Ausland. In Österreich wurde er jahrelang trotzdem mindestens so viel verlacht wie bewundert. Erst das WM-Qualifikationsspiel gegen die DDR 1989 brachte die Wende: Nachdem er zuerst ausgepfiffen wurde, schoss der schlaksige Stürmer drei Tore. Polster wurde zum Star.

Der Wiener stürmte in Italien, Spanien und Deutschland,


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