Nur kein Donauinselfest

Gürtel-Nightwalk. Live-Konzerte, Kunst, Open-Air-Kino, Lesungen: Tausende haben beim dritten Nightwalk das Programm am Gürtel mitgemacht. Nur wenige hat dabei interessiert, dass hinter dem Stadtfest drei SP-Gemeinderäte stehen. Die wollen die Gürtel-Szene beleben. Und nebenbei auch noch Basisarbeit leisten.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 35/00 vom 30.08.2000

Ich keuche vor Einsamkeit." Im schummrigen Halbdunkel des Cafe Carina wird es ganz still. "Langsam löse ich mich auf." Das Publikum ist beeindruckt. Während der Schriftsteller weiter von sexueller Frustration, Ausländerfeindlichkeit und Arbeitslosigkeit erzählt, wird er von einem ORF-Kamerateam umschwirrt. Ein Fotograf drückt ab. Den Dichter und seinen Kollegen neben ihm lässt das kalt. Heinz Vettermann und Kurt Stürzenbecher sind Öffentlichkeit gewohnt. Schließlich sitzen die beiden als SP-Gemeinderäte im Rathaus. Zum Auftakt des dritten Gürtel-Nightwalks versuchen sie sich wieder einmal als Nebenerwerbsdichter. Und tragen eigene Texte und Gedichte vor. Anstelle der obligaten Politiker-Eröffnungsrede. Denn das Fest am Gürtel-Boulevard soll keine parteipolitische Veranstaltung sein.

Mit dem Nightwalk wollen Vettermann, Stürzenbecher und ihr SP-Kollege Christian Oxonitsch (sein Beitrag zur Veranstaltung sind Gürtel-Fotos im ÖTF) einen anderen, neuen Weg gehen. Keine Ideologie.


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