Haiders Richter?

Justiz. Medienrichter Ernest Maurer über die Angriffe gegen seine Person, sein Verhältnis zur FPÖ, "künstlerisches Streben", zu bunte Medien und Österreichs übertriebene Beschäftigung mit der NS-Zeit.


Florian Klenk

Politik | aus FALTER 36/00 vom 06.09.2000

Eigentlich wollte Maurer mit keinem Journalisten mehr sprechen. "Ich erlebe eine Menschenjagd, wie es sie seit 1945 nicht mehr gegeben hat", glaubt er. Kaum ein Richter wird von Journalisten und Politikern so heftig attackiert wie der Medienrichter. Warum? "Es gibt ein Problem mit der Optik, auch wenn Maurer es nicht verursacht hat", meint Barbara Helige, Präsidentin der Richtervereinigung. "Es ist untragbar", meint SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim. Der Hintergrund: Richter Maurer entscheidet - in einem Drei-Richter-Senat - über Dutzende Klagen, die der heutige Justizminister Böhmdorfer im Namen Haiders eingebracht hatte. Gleichzeitig wurde Maurer - auf FPÖ-Vorschlag - von der Regierung ins ORF-Kuratorium bestellt. Die manchmal allzu FPÖ-freundlichen Urteile des Maurer-Senats verärgern nun die Medien. Da wurde ein News-Cover, das Haider neben Hitler zeigte, versehen mit dem Text "Die Haider-Hysterie", als "üble Nachrede" beurteilt. Auch eine Karikatur, die Haider als Teufel zeigt,

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