Die Moral des Generals

Politisches Buch. Der pensionierte Michael Sika hat mit "Mein Protokoll" versucht, "Innenansichten einer Republik" zu gewähren. Dargestellt werden jedoch die Innenansichten eines österreichischen Polizeigenerals.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 36/00 vom 06.09.2000

Ich war", schreibt Michael Sika, "wie die Figur eines Wetterhäuschens, die meist dann in der Öffentlichkeit erschienen war, wenn es mediales Schlagwetter gab. Einen Teil meiner Bezüge könnte man wohl auch als Schmerzensgeld betrachten." Michael Sika ist heute Pensionist. Er sitzt als Vereinsmeier und Berater noch immer im Innenressort. Mithilfe zweier Journalisten hat er im NP- Verlag des Bischof Krenn sein Buch verfassen und exklusiv durch die Krone vermarkten lassen. Diesen Donnerstag wird Innenminister Strasser das Buch präsentieren. Vielleicht sollte er sichseinen Ehrenschutz noch einmal überlegen. Denn sein Haus ist über das Buch gar nicht glücklich. "Er dreht durch", sagt ein hoher Beamter.

"Innenansichten einer Republik" steht am Buchdeckel. "Schonungslos und offen" würde über den "Verfall der öffentlichen Moral" berichtet. Dargestellt werden jedoch die Innenansichten eines Generals, der auf einer Leopoldstädter Polizeiwachstube sozialisiert und schließlich zum obersten


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