Angekündigter Tod

Affäre. Ein suchtkranker U-Häftling kündigt seinen Selbstmord an. Trotzdem wird er für "hafttauglich" erklärt. Dann bringt er sich um. Mithäftlinge berichten von Folter. Die Justiz ermittelt.


Florian Klenk

Politik | aus FALTER 36/00 vom 06.09.2000

Es soll hier nichts vertuscht werden. Wir werden diesen Vorfall genau untersuchen." Im Justizministerium versucht Sektionschef Michael Neider zu beruhigen. Tatsächlich ist einiges aufklärungsbedürftig. Ein suchtkranker Untersuchungshäftling hat sich im Gefangenenhaus Linz umgebracht. Der Falter hat die Hintergründe des mysteriösen Todesfalles recherchiert. Hat ein Mensch wegen Ignoranz von Ärzten und Wärtern sein Leben verloren? Wurde er, wie ein Häftling behauptet, "fertig gemacht"? Der Taxifahrer Navid T. hatte im Gefängnis seinen Selbstmord mehrmals angekündigt. Trotzdem wurde er in eine Isolationszelle gesteckt. Am 16. Juni fanden ihn die Wärter. Aufgeknüpft an einem Kabel.

Was ist da geschehen? Am 21. April wird Navid T. ins Landesgericht Linz eingeliefert, weil er mit Suchtgift gehandelt haben soll. Der Österreicher äußert gegenüber den Beamten Selbstmordabsichten. Sein Zustand verschlimmert sich. Kein Wunder: Von einem Tag auf den anderen wird der Suchtkranke "auf

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