Brother Sun, Papa Moon

Film. Sonderlinge im Mondschein: das usbekische Märchen "Luna Papa" und die österreichische Gaunerkomödie "Heller als der Mond".

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 36/00 vom 06.09.2000

Guck mal, wer da spricht - noch nicht geboren und schon allwissend. Die 17-jährige Mamlakat wird ein Kind bekommen. Wir werden es nie sehen, aber wir hören seine Stimme; sie erzählt uns jenes orientalische Märchen mit dem Titel "Luna Papa", Vater Mond. Sie ordnet die Ereignisse, tröstet und verweist auf den Körper: "Meine arme Mama - mir gefällt es, in ihren ruhigen Wassern zu schwimmen. Ich wachse schon. Sie weiß noch gar nicht, dass es mich gibt."

Sind die Ereignisse skurril, oder ist es nur der Blickwinkel? Würde man sie ungebrochen erzählen, wäre die Geschichte wohl weder märchenhaft noch allzu fröhlich: Mamlakat lebt mit ihrem verwitweten Vater, einem Kaninchenzüchter, und dem Bruder (Moritz Bleibtreu), dem der Krieg einen Hirnschaden hinterlassen hat, in einem kleinen Dorf in Usbekistan. Während sie sich im Alltag bemüht, die Mutter zu ersetzen, träumt sie von einer Schauspielkarriere an der Seite von Tom Cruise. Diese Träume macht sich ein Unbekannter zunutze, um


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige