Nüchtern betrachtet: Die stille Schönheit der Copa Cagrana

Kultur | aus FALTER 36/00 vom 06.09.2000

Weil ich es in dieser Kolumne übernommen habe, gut zu finden und zu preisen, was andere Kolumnisten nicht einmal ihrem Hund in die Schnauze legen würden (z.B. Powerarmbänder), muss ich die Wettergestaltung der vergangenen Woche loben, diese anregende Melange aus Spätsommerlichkeit und Frühherbstlichkeit (hätte Yasujiro Ozu länger gelebt, er hätte garantiert einen Film mit diesem Titel gedreht). Die morgendlich klar-kühle Luft, die im Laufe des Tages einer überraschenden Wärme weicht, welche sich dann aber abends auch wieder flott aus den Gastgärten verflüchtigt. (Es muss nicht das ganze Jahr im Gastgarten gesessen werden; ein leckerer Bratapfel im kachelofengeheizten Wohnzimmer ist auch was Schönes). Oder der Regen, der als ein einziges uneingelöstes Versprechen über einem graudiesigen Donnerstag hing und der farblich aufs Geschmackvollste mit der Rede der Außenministerin korrespondierte, mit der diese mich in den Tiefschlaf zu versetzen trachtete, was ihr denn auch mühelos


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