Das Ende der Vorstadt

Gasometer. Sie waren Symbole für die Industrialisierung; Baudenkmäler: die vier Gasometer in Simmering. Jetzt werden sie zu einem Wohn- und Erlebniszentrum umgebaut. Eine pragmatische Lösung, um sie nicht dem Verfall preiszugeben. Und rund um die Gasometer, im Erdberger Mais, wird ein zukunftsträchtiger Stadtteil aus dem Boden gestampft. Dafür ist vom einstigen Vorstadtcharme nichts übrig geblieben.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 36/00 vom 06.09.2000

Die alten Glashäuser haben schon bessere Zeiten gesehen. Jetzt wirken sie verloren. Deplatziert zwischen all den Lagerhallen und tristen Gewerbehöfen ringsum. Die anderen Gärtner haben die Gegend schon lange verlassen, sind von der Industrie und der U-Bahn verdrängt worden. Nur Franz Kahl ist übrig geblieben. Er ist der letzte Gärtner am Fuß der Simmeringer Gasometer. In der Gegend, die man früher die Gemüsekammer der Stadt genannt hat. "Das war eine dörfliche, gemütliche Vorstadtgegend", erinnert sich Herr Kahl, der den Betrieb vor 25 Jahren von seinem Vater Leopold übernommen hat. Der hat schon seit den Vierzigerjahren im Schatten des Gasometers Gemüse angebaut. Und der kleine Franz hat in den Fünfzigern noch mit den anderen Gärtnerskindern Fußball auf der Gstättn bei den Gasbehältern gespielt. "Mit dem Starek Gustl und dem Dokupil Ernstl", erzählt der Gärtner und wird ein bisschen sentimental. Denn mit der Gemütlichkeit der alten Zeiten ist es komplett vorbei: seitdem


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