Phettbergs Predigtdienst: Im Zeichen des Moorhuhns

... Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt ... Mk 7,31-37 (Evangelium am 23. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr B)

Stadtleben | aus FALTER 36/00 vom 06.09.2000

Wieso gibt der Kellner sich mit mir ab? Er ist um so viele Kategorien wertvoller als ich. Er ist fleischig, prall, und ich bin fahl und ältlich. Bedeutung habe ich auch keine, im Gegenteil, mich umgibt die Aura des Versagens. Und trotzdem spielt sich der Kellner mit mir, bindet mich hier in der Waschküche an und befahl mir, ohne Ejakulation zu masturbieren, bis er wiederkehrt. Ist er Angehöriger einer Kirche, die mich gewinnen will, übt er Nächstenliebe, will er den Lebensabend einer kümmerlichen Existenz versüßen, studiert er Psychiatrie?

Warum also tat sich der Horst das an? Wo er wer ist, ist er vielleicht niemand? Ein Scharlatan, der zu erscheinen versteht, als wäre er wer? In himmelschreiender Not? Ist er der Einzige, der mich brauchen kann und dem ich helfen kann durch mein Wichsen? Der Lottotreffer? Die Vorsehung Gottes? Der Gottesbeweis? So viel Wärme kann noch nie über den Äther gegangen sein, als in dem Moment aus der Tiefe der Waschküche in den Speisesaal flog. Ich


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