Süße Unschuld

Seinesgleichen geschieht. Es ist fein, sich schuldlos zu fühlen. Für Österreich wäre es auch gut, zu wissen, was es tut.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 37/00 vom 13.09.2000

Einen Zweck haben die sogenannten Weisen Martti Ahtisaari, Marcelino Oreja und Jochen Frowein mit Geschick erreicht: den 14 EU-Staaten das bei der Verhängung der Sanktionen gegen Österreich nicht bedachte Ausstiegsszenario aus diesen Sanktionen zu ermöglichen. Dass die drei ihrem Bericht ungebetenerweise gleich selbst Empfehlungen zur Aufhebung der Sanktionen beifügten, brachte in den betroffenen Österreichern das Beste zum Vorschein. Wirkten die politischen Reaktionen vorerst gelassen, abgesehen von Haiders reflexartigen Provokationen, macht das öffentliche Österreich nun, da tatsächlich das Ende der Sanktionen ins Haus steht, einen deprimierend kläglichen Eindruck (die üblichen Verdächtigen wie den Standard ausgenommen). Dieser Westentaschen-Triumphalismus, der sich allenthalben breit macht, zeigt von einer Ahnungslosigkeit über Bild und Position des Ländchens in Europa, die einem die Haare zu Berge stehen läßt. Land der Berge!

Dieses haarige Bergland Österreich, das jeden


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