Am Schoß des Generals

Staat & Medien. Die Krone sitzt neben den Innenministern, der ORF moderiert, die Blasmusik spielt dazu. Eine Buchpräsentation als Sittenbild der Republik. Florian Klenk

Politik | aus FALTER 37/00 vom 13.09.2000

Der kleine Festsaal im Palais Daun-Kinsky ist bis auf den letzten Platz mit ehrenwerten Gästen gefüllt. Sich verbeugende Hofräte, Kabinettschefs, Staatsanwälten, Generäle, Professoren, ja, und die Schreiber der angesehensten Blätter. Sie erweisen dem General heute die Ehre. Alle sind sie seiner Einladung gefolgt. Michael Sika präsentiert "Mein Protokoll". "Der heimliche Minister", steht auf dem Prospekt, das von Verlagsmitarbeitern ausgeteilt wird. "Schonungslos und offen" würde der General im Ruhestand über "eine Reihe streng vertraulicher Details über die Arbeit der Sicherheitsbehörden" plaudern. Sogar die Musiker des Polizeiblasorchesters waren gekommen. Oben, in einer kleinen Loge des Palais, sitzen sie wie Artisten einer Zirkuskapelle. Die Tritsch-Tratsch-Polka wirbelt durch den Festsaal. Es treten auf: die Innenminister der Zweiten Republik, sie nehmen in der ersten Reihe Platz. Zumindest jene, die Sika damals nichts Böses wollten. Karl Schlögl, neben ihm Franz Löschnak


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