Kommentar: Evaluiert das Kunststaatssekretariat!

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 37/00 vom 13.09.2000

Es ist jetzt auch schon wieder mehr als ein halbes Jahr her, dass der Burgschauspieler und ÖVP-Politiker Franz Morak als Kunststaatssekretär der umstrittenen neuen Regierung angelobt wurde. Bei den meisten Künstlern und Intellektuellen hatte sich Morak damit beinahe so unbeliebt gemacht wie Kanzler Wolfgang Schüssel; bei einer Podiumsdiskussion an seinem ehemaligen Arbeitsplatz, der Bühne des Burgtheaters, wurde der neue Staatssekretär so feindselig empfangen, dass er nur mit Mühe das Wort ergreifen konnte.

Der einzige Satz, den Morak halbwegs vernehmbar über die Bühne brachte, war eine beinahe verzweifelte Bitte: "Lassen Sie uns arbeiten!" Man konnte damals beinahe Mitleid haben mit dem Mann; es machte den Anschein, als fühlte er sich als eine Art Märtyrer, der zum Wohle der Künstler das schwere Amt auf sich genommen hat, um Schlimmeres - etwa einen Kunststaatssekretär aus der FPÖ - zu verhindern.

"Lassen Sie uns arbeiten!" Das ist im Grunde immer noch Moraks Programm. Aber


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