"Es ist alles ein Irrtum"

Literatur. Alois Hotschnigs Roman "Ludwigs Zimmer" laboriert an einer schweren Bernharditis.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 37/00 vom 13.09.2000

Wenn sich einer von Vera trennt und nach Villach geht, heißt das meistens nichts Gutes. Im Nachhinein weiß das auch Kurt Weber, Ich-Erzähler von "Ludwigs Zimmer", dem jüngsten Roman des Tirolers Alois Hotschnig: "Ich hätte nicht einziehen dürfen und Landskron und Villach und Kärnten überhaupt meiden müssen von Anfang an."

Weber hat das Haus seiner Tante geerbt, und dass dieses samt dem dazugehörigen Grund nicht gerade mit good vibes gesegnet ist, das ist zumindest dem Leser klar - von Anfang an. Von den Umgangsformen dreister bis seltsamer Nachbarn einmal ganz abgesehen, scheint das ererbte Anwesen am See im Zentrum einer mysteriösen Todeszone zu liegen: "Der Tod schleicht ums Haus herum", wird der Erbe informiert, der seinerseits wieder einer ausgesprochen todesseligen Sippe entstammt: "In meiner Verwandtschaft hat man sich immer schon umgebracht."

Von Anfang an inszeniert der Roman einen Fatalismus, der sich im ererbten Boden ebenso festgesetzt zu haben scheint wie im Blut, das

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