Comandantina Dusilova: Die Farbe Gesund

Stadtleben | aus FALTER 37/00 vom 13.09.2000

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich der liebe Gott etwas dabei gedacht hat, als er die Welt erschaffen hat. Irgendwie macht es Sinn zu wissen, dass auch das scheinbar Zufällige, das offensichtlich Nutzlose einem großen Plan folgt, mit dessen zaghafter Enthüllung und bruchstückhaftem Verständnis wir uns ein Schicksal lang beschäftigen dürfen. Als der liebe Gott die Farben schuf und auch die Verteilung derselben auf den uns sichtbaren Oberflächen unseres Universums, hat er sich natürlich auch etwas gedacht. So hat jedes Ding seine Farbe, und das ist gut so. Orangen und Schokolade, Blondinen und Goldfische, Blattwerk und Geschmeide, all das hat seinen Ton. Nur bei den Blumen und den Schmetterlingen und bei Kleidung aus dem Hause H&M hat der liebe Gott etwas mehr in der Palette gespachtelt. Damit hat er dafür gesorgt, dass es für Verliebte, Maler und junge Mädchen das gewisse bunte Etwas mehr gibt. Nur eine Farbe hat Gott der Herr geschaffen, deren Sinn mir nicht recht einleuchten will: Die Farbe, die Gesundheitsschuhe haben. Sie entspricht in etwa dem Ton, den eine Tasse Milchkaffee annimmt, wenn sie, übers Wochenende stehen gelassen, einen fahlen Stich ins Grüngraue annimmt. Was daran bequem sein soll, weiß allein der Herr. www.geocities.com/Pentagon/4404


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