Eine Nacht mit Harry

Reportage. Eine Nacht lang unterwegs mit einem Taxler: Von Fahrgästen, die beißen, einem Galan, der hinter dem Volant sitzt, und einem konspirativen Taxler-Stammtisch, der plant, "Taxi Orange" zu unterminieren.

Wolfgang Paterno | Stadtleben | aus FALTER 37/00 vom 13.09.2000

Harry manövriert nicht nur sein Taxi durch die Nacht. Harry, unter dessen Hintern der Sitz seines Mercedes zum Chefsessel wird, hat Schulterklappen an seinem dunkelblauen Pullover, auf die "Das Taxi 40100" gestickt ist. Harry fährt seit dreißig Jahren Taxi. Er ist der Besitzer eines Fuhrparks mit drei Angestellten, er ist, so sagt er, in der ganzen Stadt zu Hause. Harald Böhmer, 49, den sie alle nur Harry nennen, erklärt: "Als Taxler bist a Transporteur, a Seelentröster, a Hörapparat. Du bist aber auch a Niemand."

Eine Nacht mit Harry: In wildem Zickzackkurs geht es durch die ganze Stadt, von den Stadträndern wieder hinein ins Zentrum. Vom ersten Bezirk, der allein etwa 30 der insgesamt rund 360 Taxistellplätze beherbergt, wieder hinaus in Gegenden, wo auf weiter Flur niemand mehr unterwegs ist. Regelmäßig werden Theater und andere Veranstaltungsorte angesteuert, die Warterei auf Kundschaft ist zermürbend. Und die Krone kann man auch nur einmal lesen. Harry ist trotzdem immer

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