Demo-Zeiten

Ausland. In Prag bringt Vaclav Havel Demonstranten mit globalen Bankern zusammen. Ein Neubeginn?

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 38/00 vom 20.09.2000

Als hätte Vaclav Havel nicht schon genug am Hals. Jetzt riskiert der Ex-Häftling des stalinistischen CSSR-Regimes an der Spitze des demokratischen Tschechiens einen exemplarischen Streit um die Anti-Globalisierungs-Demonstrationen während des bevorstehenden Währungsfonds-Gipfels in Prag. Zehntausende haben unter dem Motto "Prag muss Seattle werden" ihr Kommen in der Stadt an der Moldau angekündigt. Die tolerante Stadtverwaltung hat den Protestierern das Fußballstadion als Massenquartier angeboten, während der an Demonstrationen nicht gewohnte Polizeichef gegen "Extremisten und Randalierer" aus aller Welt rüstet.

Wenn man sich über "verschiedene Gefahren Gedanken macht, die über unserer Zivilisation schweben", dann sei das "sehr gut und legitim", hatte der tschechische Präsident die angekündigten Proteste verteidigt. Eine "Bereicherung und Belebung der Stadt" könnten die Demonstrationen bringen, hält er den Law-and-Order-Fanatikern entgegen. Havel will die Protestierer in die


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