"Sie trau'n sich wieder"

Flüchtlinge. Das Integrationshaus feiert sein fünfjähriges Bestehen. Die Institution hat Erfolg, expandiert, und dennoch legt Obmann Willi Resetarits seine Stirn in Falten.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 38/00 vom 20.09.2000

Herr Willi macht sich Sorgen. Eigentlich hat er sich immer schon Sorgen gemacht. Um das Land. Um seine Menschen. Um "die Idioten", von denen auch welche in diesem Land leben. Und er hat darüber triumphierend geschmunzelt. Ohne Pathos. Aber an diesem Abend in einem der Hinterzimmer der Sofiensäle, während draußen auf der Bühne auf das fünfte Jahr "seines" Integrationshauses angestoßen wird, wirft er seine Stirn in Falten. Und er schmunzelt nicht mit seinem verschmitzten "Passt scho'". Das "Waaßt eh" steht ein wenig zu melancholisch im Raum. "Waaßt, sie trauen sich wieder", sagt Willi Resetarits und wiegt den Kopf.

Sie, das sind "die Idioten", die den knapp hundert Bewohnern des Integrationshauses das Leben schwer machen. Beschimpfungen, offene Anfeindungen und Attacken müssen die Flüchtlinge auf offener Straße über sich ergehen lassen, erzählt Resetarits. "Die verbale und physische Gewalt gegen unsere Flüchtlinge hat deutlich zugenommen, seit die neue Regierung an der Macht


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