Der mit dem Alligator ringt

Musik. Wie ein Deep-Purple-Fan aus Manchester die Popgeschichte veränderte, weil er nicht ordentlich Bass spielen kann: Peter Hooks Werdegang von Joy Division über New Order bis Monaco.

Robert Rotifer | Kultur | aus FALTER 38/00 vom 20.09.2000

Peter Hook sitzt im Gastgarten eines Pubs im schäbigen Londoner Bahnhofsviertel King's Cross und bellt in sein Mobiltelefon: "Was? Du machst Witze! So ein Vollidiot! Typisch ... Na, Beeilung, wir vermissen euch schon." Hook klappt sein verchromtes Statussymbol zu. "Das war die Band", sagt er, und sein konsterniertes Stirnrunzeln wandelt sich zu einem breiten Grinsen: "Die sitzen auf der Ladefläche des Abschleppwagens. Der Bus ist zusammengebrochen. Ganz wie in alten Zeiten."

Bloß dass Hook längst nicht mehr selbst im Bandbus schmoren und auf den Pannendienst warten muss. Er ist für seinen Londoner Auftritt kommod in der eigenen Limousine aus dem heimatlichen Manchester angereist, hat in der noblen Weinbar Bibendum gefrühstückt und dabei Pierce Brosnan gesehen: "Fantastisch! James Bond am Nebentisch! Ich liebe London", sagt er nicht ohne einen Hauch von Selbstzufriedenheit. An die auf der Autobahn stecken gebliebenen Musikerkollegen verschwendet Hook sichtlich keinen Gedanken mehr.

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