Klingt nach Schlussverkauf

Musik. Die Moderne gibts jetzt billiger: Mit preisgünstigen und trotzdem guten CDs suchen zwei Labels neues Publikum für die Neue Musik.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 38/00 vom 20.09.2000

Es gibt einige Indizien dafür, dass es ein Komponist wirklich geschafft hat. Zum Beispiel, wenn er seinen Vornamen nicht mehr braucht: Mozart, Bach und Beethoven kommen praktisch völlig ohne Wolfgang Amadeus, Johann Sebastian und Ludwig van aus; Joachim hingegen sieht man kaum je ohne Joseph und Bruch selten ohne Max.

Ein ungleich stärkeres Indiz geht von der Plattenindustrie aus: die Herausgabe opulenter Werkausgaben auf CD. Nur denjenigen, die die Labelbosse für die Größten der Großen halten, steht in Jubeljahren die Ehre des so genannten Koffers zu (zuletzt wurde etwa der monumentale "Bach 2000"-Koffer mit 153 CDs verliehen); Komponisten mit etwas geringerer Bedeutung werden immerhin noch mit dicken CD-Boxen bedacht; und auch wer es zur eigenen "Greatest Hits" bringt, kann kein ganz Unwichtiger sein.

Zeitgenössische Komponisten waren von derartigen Weihen bislang weitgehend ausgeschlossen. Bislang. Denn fast noch rechtzeitig zur Jahrtausendwende wird nun auch von der Plattenindustrie


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