" Schwarzschädlerte"

Gemeindebau. Die SPÖ hat sich dazu durchgerungen, Gemeindebauten für Ausländer zu öffnen. Die Bewohner werden davon nichts merken. Denn in den Wiener Sozialburgen tobt längst der Kampf der "Unsrigen" gegen die "Tschuschen" und "Türken".

Politik | Nina Horaczek und Gerald John | aus FALTER 39/00 vom 27.09.2000

Der alte Mann ist vieles gewöhnt. Er lebt im Pirquet-Hof in Ottakring, und das ist schlimm genug. Aber eine so blöde Frage hat ihm schon lange niemand gestellt. Eine so blöde Frage grenzt an Provokation. Ausländer in den Gemeindebau? "Ha! Dass ich nicht lache", schimpft er: "Die sind doch schon längst alle da." Sein Arm fängt an zu zittern, als er auf die spielenden Kinder im Hof deutet. "Lauter Schwarzschädlerte", grantelt der Pensionist: "Die Unsrigen sieht man nur mehr ganz wenig."

Die "Unsrigen". Die Mitgliedschaft in diesem Klub ist schwerer zu erwerben als die österreichische Staatsbürgerschaft. Dunkler Teint, kohlschwarze Haare und undefinierbarer Akzent sind Ausschließungsgründe. Auch wer den hiesigen Reisepass besitzt, ist noch lange kein "Unsriger". So sehen es viele "alteingesessene" Wiener. Und so sehen und sahen es auch maßgebliche Politiker der Stadt. Jene von der FPÖ etwa, die einst im Hugo-Breitner-Hof Flugblätter mit einer Auflistung der angeblichen ausländischen


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