Wunder auf der Wiesen

Ausländer. Die Gemeinde will mit interkulturellen Neubauten die Durchmischung von Ausländern und Österreichern fördern. Auf der Liesinger "Wiesen" steht ein Musterbau - aber nur für den Mittelstand.

Politik | Gerald John | aus FALTER 39/00 vom 27.09.2000

Im Hinterhof dampft es manchmal gewaltig. Fleisch brutzelt über einem Feuer und verbreitet würzigen Duft. Rund um den Griller stehen Menschen mit dunklem Teint und schwarzem Haar. Der berühmte Hammelbraten im Hinterhof - endlich aufgespürt? Ein ganzes Schaf wurde zwar noch nicht aufgespießt, aber immerhin: Es sind Ausländer, die da grillen. "Und die Österreicher machen mit", erzählt der Hausmeister, ein Mann aus Afghanistan: "Niemand beschwert sich." Nicht einmal ein FPÖ-Bezirksrat ließ sich bisher blicken.

Türken, Chinesen, Inder, Franzosen, Bangladescher und Syrer: Menschen aus 17 Nationen leben in der Liesinger Wohnhausanlage "In der Wiesen". Tür an Tür mit Österreichern. In Wiener Durchschnittsbauten führt eine solche Mischung unweigerlich zu gröberen Wickeln. Den Anrainern von der "Wiesen" hingegen scheint Zank und Hader unbekannt zu sein.

Die Wunderwelt ist aber nicht zufällig aus der "Wiesen" gewachsen. Die gemeinnützige Baufirma Sozialbau hat die 140 Genossenschaftswohnungen


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