Zahlen bitte!

Universität. Die Regierung zündet die erste gesellschaftspolitische Bombe: Bildung kostet wieder Geld. An der tristen Situation der Unis wird sich nichts ändern. Im Gegenteil.

Politik | Wolfgang Schweiger | aus FALTER 39/00 vom 27.09.2000

Der Ministerrat brütete noch über dem neuen Plan, da herrschte in der Aula der Uni Wien bereits Hochbetrieb. Mit Megafon und rasch in der Nacht produzierten Flugzetteln wurden die Studierenden mit der neuen Situation konfrontiert. Fünftausend Schilling pro Semester ab Herbst 2001. Bei durchschnittlich 7,5 Jahren Studiendauer der Preis eines besseren Gebrauchtwagens. Den können sich die meisten Studenten auch nicht leisten. "Das war für viele Erstsemestrige nicht einfach zu begreifen", meint Olivia Steiner, Vorsitzende der Fakultätsvertretung Gewi. Diejenigen, die zur Inskriptionsberatung kamen, reagierten mit Staunen. Die ersten Reaktionen waren höchst unterschiedlich: "Wütend bis vollkommen gleichgültig", erinnert sich Steiner. Eine Publizistin quittierte die Frage, ob sie sich zehntausend Schilling im Jahr leisten könne, selbstsicher mit: "Eh klar!" Schlagfertiger der Kommentar einer angehenden Romanistin: "Was ist, wenn ich einfach nicht einzahle?"

Dann gibts kein Studium mehr.


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