"Sondertransit ist Haft"

Container. Am Flughafen Wien-Schwechat werden unerwünschte Asylwerber in den Sondertransitraum gesperrt. Ehemalige Insassen haben nun Beschwerde gegen diese "rechtswidrige Haft" eingelegt.

Eva Weissenberger | Politik | aus FALTER 39/00 vom 27.09.2000

Fünfundvierzig Tage lebte Jayakumar K. im Container. In einer Hütte aus blauem Wellblech und dunklem Holz. Er schlief im Stockbett, hatte täglich eine Stunde Auslauf im Garten und wurde rund um die Uhr von Videokameras überwacht. Duschen durfte er auch. Leider steht der Container nicht bei RTL in Köln-Hürth, sondern am Flughafen Wien-Schwechat. Er heißt nicht "Big Brother", sondern Sondertransitraum. Deshalb wurde der 24-jährige Tamile K. auch nicht von seinen Container-Genossen nominiert und per Telefonabstimmung rausgewählt, sondern er brach nach 54 Tagen aus. Flüchtlinge, die in Schwechat landen, aber mangels Visum nicht nach Österreich einreisen dürfen, werden im 100 Quadratmeter großen Niemandsland des Sondertransits interniert. Dort warten sie hinter vergitterten Fenstern und bewacht von der Polizei-Sondereinheit Kranich im besten Fall auf Traiskirchen, im schlechtesten auf die Schubhaft (siehe Falter 25/00).

Jayakumar K. und 21 weitere ehemalige Insassen aus Sri Lanka,

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