Lektüre für die U-Bahn

Medien. Sigrid Löfflers neuer Arbeitsplatz heißt "Literaturen". Die Zeitschrift ist deutlich weniger prätentiös als ihr Titel.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 39/00 vom 27.09.2000

Ab sofort wird das Leseangebot für Alphabeten um einen Titel erweitert: Nach der "Zeitung für Leser", dem Standard, gibt es nun also auch die monatlich erscheinende "Zeitschrift für Leser". Die mediale Aufmerksamkeit gegenüber dem neu gegründeten "Journal für Bücher und Themen", so der offizielle Untertitel, ist durch Sigrid Löfflers Weggang vom "Literarischen Quartett", aus dem sie von ihren beiden Kollegen rausgemobbt wurde, noch erhöht worden. Nun liegt das erste, 152 Seiten starke Heft von Literaturen vor. Der Titel ist in seiner Kombination aus Schlichtheit und Prätention schwer zu überbieten - man denke an etwaige Publikationen mit dem Titel "Künste", "Kinos" oder "Architekturen" -, und "der Plural ist", wie das Editorial noch einmal mit dem Zaunpfahl winkt, "Programm".

Literaturen ist zudem "ein Medium der Entschleunigung", das sich von der "Hektik des Marktes" und vom "Aktualitätsangebot des Literaturbetriebs" nicht abhängig machen lassen will. Das klingt verdächtig

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