Schöner bluten

Film. Aus sicherer Distanz hat Mary Harron den Roman-Schocker "American Psycho" verfilmt.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 39/00 vom 27.09.2000

Eine zähflüssige rote Soße tropft und rinnt über eine weiße Oberfläche. Der Film hat eben angefangen, und schon zieht das Rot kleine Fäden über die Leinwand. Bald wird man beruhigt - es ist nur der Fruchtsirup, mit dem ein Küchenchef seine extravagante Tellerdekoration abrundet.

"American Psycho" - die Geschichte, die hier einsetzt, ist bekannt. Weil sie bekannt ist, kann (und muss) der Film auch so effektvoll beginnen. Der gleichnamige Roman, den Bret Easton Ellis 1991 veröffentlichte, handelt von einem jungen Mann namens Patrick Bateman, der mit irgendwelchen Transaktionen an der Wall Street jede Menge Geld macht und nachts immer ausschweifenderen Tötungsorgien nachgeht. Bateman begreift und beschreibt sich selbst und seine Welt als Summe hochwertiger Versatzstücke, die - neben hohen Investitionen - der permanenten Aufmerksamkeit und peinlicher Reinhaltung bedürfen. Wenn es sein muss, auch brachial. Dabei übt Bateman aber stets nur das Recht eines smarten Erfolgsmenschen


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