The Day the Music Died

Musik. Ist Madonnas neues Album "Music" tatsächlich der versprochene große Wurf oder bloß eine kleine Irritation in der großen Monotonie des Mainstreams?

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 39/00 vom 27.09.2000

Entgegen dem antinarzisstischen Ethos dieses Blatts, wonach der Autor sich als erste Person nicht in seine Geschichten einzubringen hat, muss ich anmerken: Seit Madonna in derselben Stadt wie ich (London) haust, hat sie bei mir einiges an Sympathien eingebüßt: Zunächst einmal deshalb, weil sie ihre Entscheidung, ihr Kind in Los Angeles zur Welt zu bringen, mit der Rückständigkeit englischer Spitäler begründete - und dabei zu erwähnen vergaß, dass jene im Gegensatz zu den amerikanischen immerhin umsonst entbinden.

In einem anderen Anfall amerikanischer Großspurigkeit hatte Madonna dem Magazin The Face gegenüber behauptet, ihre englischen Angestellen seien arbeitsscheu und unzuverlässig (obwohl Großbritannien immerhin die längsten Arbeitszeiten Westeuropas aufweist). Laut Madonna spuren "ihre" Leute in den USA rund um die Uhr. Gut für sie, schlimm für ihre Lakaien. Andererseits sollten Madonnas Ansichten zu kapitalistischen Machtverhältnissen spätestens seit "Material Girl"


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