Miles Davis Remastered: Trompeten im Weltall


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 39/00 vom 27.09.2000

Als die Musikindustrie noch tief im Vinylzeitalter steckte, war Miles Davis der ungekrönte König des Preis-Leistungs-Verhältnisses: Eine LP-Seite erreichte oft das Doppelte der herkömmlichen Spieldauer, überschritt mehr als einmal die Halbstundengrenze - und zwar mit einer einzigen im Studio eingespielten Nummer. Die drei, soeben 24 bit digitally remastered wieder aufgelegten Alben "Big Fun", "On the Corner" und "Get Up With It" (alle: CBS/Sony) umfassen Sessions aus der Zeit zwischen November 1969 und Oktober 1974, als Davis im Anschluss an das berühmte Doppelalbum "Bitches Brew" sein musikalisches Konzept noch einmal grundlegend transformierte. Saxophonist Dave Liebman und Pianist Keith Jarrett waren, so Reissue-Produzent Bob Belden in den liner notes zu "On the Corner", die letzten Musiker, die noch an der mit John Coltrane begonnenen Kontinuität teilhatten. Danach wandte sich Davis vom Jazz stärker dem Funk zu, eine Orientierung, die sich optisch im Cover von "On the Corner"

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