Stadtrand: Anrainer Republic

Stadtleben | aus FALTER 39/00 vom 27.09.2000

Es hat ja so kommen müssen: Da gibt es gerade mal eine Woche lang eine Wohngemeinschaft am Stadtrand mit weit und breit nicht viel Nachbarschaft und umso mehr Umgebung - und prompt regt sich wer auf. "Seids halt a bisserl leiser", forderte die aufgebrachte Anrainerin, die sich von den Taxi-Orange-Kutscherhof-Bewohnern lärmbelästigt fühlte. Dass es weniger der Autolärm und die Rangiergeräusche im Hof waren, sondern vielmehr das Spaß(?)-Gekreische der (damals noch) 13 Taxler ist auch ganz typisch: Menschenlärm ist für den Wienmenschen halt das Allerschlimmste. Nett war, dass die Redaktion der Nachbarin erlaubte, in die kamerabewachte Fernsehwohnung zu kommen - damit auch der Rest des Landes mitbekommt, wie leise man in der Hauptstadt sein muss. Doch die Lärmgeplagten rund um das TXO-Headquarter sollten sich schon mal rechtzeitig Ohrenstöpsel besorgen: Wenn der Hype erst so richtig "Big Brother"-mäßig losgeht, dann stehen bei den Samstagabend-Rauswahlshows nämlich nicht nur ein paar verwirrte Zehnjährige herum, sondern kreischende Menschenmassen. "Seids halt a bisserl leiser" hilft da überhaupt nichts, wenn alle den Taxi-Max sehen wollen. Aber vielleicht ist Wien ja da auch ein bisschen anders. C. W.


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