Schrei nach Gerechtigkeit

TRUE STORY In "La voleuse de St. Lubin" nimmt Claire Devers den Fall einer wegen Mundraubs verurteilten allein erziehenden Mutter wieder auf.

Extra | JOHN COOK | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Nichts scheint einfacher, als einen Film mit "Inhalt" zu machen. Ganz normale Leute, die ganz normale Probleme haben - die Zeitungen, das Fernsehen und Radio sind voll davon, man könnte also glauben, dass es ein Publikum gibt, das auf solche alltägliche Dramen wartet. Da ist vieles, mit dem sich jeder von uns identifizieren kann; die immer wiederkehrende Krise der Arbeitslosigkeit der letzten zwanzig Jahre hat sogar vielen bürgerlichen Familien Unbill gebracht. Gleichzeitig sind wir Meister darin, unsere Augen abzuwenden. Einen sozialkritischen Film zu verkaufen ist heute schwieriger als in den Sechzigern. Wir ertragen es, jemand anderes Schmerz, auf ein oder zwei Minuten verdichtet, in den Abendnachrichten mitanzuhören, verlangen aber sofort wieder Unterhaltung, um das Gefühl der Hilflosigkeit loszuwerden, mit dem wir zurückbleiben. Ein Spielfilm, der detailliert und 81 Minuten lang persönliches Leid beschreibt, wird von vielen gemieden werden.

Subtile Freuden erfordern fast immer


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