Richard, der letzte Musketier

TRIBUTE Mit Richard Lester würdigt die Viennale den Meister eines populären surrealistischen Kinos: Im Gespräch mit dem "Falter" erzählt der heute 68-jährige Regisseur exklusiv über seine Zeit mit Peter Sellers, Petulia und den Pilzköpfen.

RALPH EUE | Extra | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Er ist ein Amerikaner in London, und das seit über vierzig Jahren. Als vielseitiger Gagman für Norman Jewison und Regisseur in den ersten Tagen des Live-Fernsehens arbeitete er nach seiner Übersiedlung auf den alten Kontinent mit Peter Sellers und Spike Milligan zusammen. Mit ihnen drehte er Werbefilme und TV-Burlesken, wie sie in den Siebzigern die Monty Pythons zum Kult ausbauten. Weltruhm erlangte Richard Lester mit den beiden Beatles-Filmen "A Hard Day's Night" und "Help!" sowie der Antikriegssatire "How I Won the War" mit John Lennon. Immer strebte er eine Verbindung von Fantasie und sozialer Aussage an, die "Pop-Version" eines surrealistischen Kinos. Mit den Arbeiten seiner "Spätphase", den drei "Musketeer"-Filmen, "Superman" (II und III) sowie dem absurd-komischen Thriller "Juggernaut", bewegte er sich mühelos durch die gängigen Genres des Unterhaltungsfilms, erwies sich dabei aber immer als imaginativer Stilist zwischen realistischer Detailmalerei und romantischer Verklärung.

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