Dem Kino auf der Spur

debüt "Bye Bye Africa" - willkommen, Filmland Tschad! In seinem Erstlingsfilm sucht Mahamat-Saleh Haroun nach einem vom Krieg verschütteten Sinn des Kinos.

Extra | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

"Fotografieren ist im Tschad nur mit einer beim Tourismusministerium zu beantragenden Fotografiererlaubnis gestattet. Die Bemühungen um Durchsetzung dieser Vorschrift sind von Ort zu Ort unterschiedlich. Im Extremfall kann Fotografieren ohne Erlaubnis zu Festnahme und Beschlagnahme des Fotoapparats oder der Kamera führen." Deutsches Auswärtiges Amt Bye bye Africa" ist der erste Spielfilm aus dem Tschad. Was nicht weiter verwundert: Schon wenige Jahre nach seiner Loslösung vom Kolonialherren Frankreich (1960) stürzten - bis heute anhaltende - Bürgerkriege den Tschad in unermessliches Elend. Noch heute wird Ausländern dringend von einer Reise in das nordafrikanische Land, das immerhin eineinhalbmal so groß wie Österreich ist, abgeraten. Zu viele Minenfelder, bewaffnete Straßenräuber und willkürliche Militärkontrollen. "Wie kann ich an das Kino glauben, in einem Land, in dem der Krieg zur Kultur geworden ist?", fragt sich folglich der tschadische Filmemacher Mahamat-Saleh


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