Essay Vom suchen und finden

"Les glaneurs et la glaneuse"

Extra | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Agnes Varda weiß Zufälle zu schätzen. Wenn sie vergisst, die umgehängte Kamera auszuschalten, gibt es eben minutenlang den Tanz des Objektivdeckels vor der Linse zu sehen. Dazu moderne Streichmusik - und das Material, das andere verworfen hätten, wird Teil des neuen Films.

Und genau darum geht es in "Les glaneurs et la glaneuse": um zufällige Funde, um Aufgegriffenes, um das Suchen und Sammeln. Ausgehend von Francois Millets Gemälde "Die Kartoffelklauberinnen", dass im Pariser Musee D'Orsay hängt, verfolgt Varda die Idee der "glaneurs", derjenigen, die nach der allgemeinen Ernte Dinge auflesen. Auf den Halden der Gemüsemärkte, in verlassenen Weinbergen, bei den Tonnen hinter den Supermärkten, Sperrmüll und in abgeernteten Obstplantagen filmt sie Menschen, die nach verwertbaren Resten suchen.

Varda beobachtet und findet Parallelen: zwischen den Ährensammlerinnen des vorigen Jahrhunderts und Wertstoffjägern, die in Paris defekte Fernsehgeräte ausweiden, zwischen den Fallobstklaubern


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