Das Böse muss siegen

DOGMA In Lars von Triers "Dancer in the Dark" kämpft die eskapistische Traumwelt des Musicals gegen eine trostlose Realität. Dahinter steckt der reale Konflikt zwischen dem Regisseur und seiner Hauptdarstellerin.

Extra | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Wenn angekündigte Meisterwerke allzu lange auf sich warten lassen, kriechen stets die prophylaktischen Skeptiker aus ihren klammen, kleinen Skeptikerlöchern und verstreuen Skepsis. "Dancer in the Dark", dem lang erwarteten Abräumer der Filmfestspiele in Cannes, geht es da nicht anders. Tatsächlich ist es nur zu verlockend, den Film im Vorhinein als bloßen Medienhype zu entlarven. Als ob die Aussicht auf ein Musical mit einem Popstar in der Hauptrolle nicht schon abschreckend genug wäre, muss Letzterer ausgerechnet noch Björk heißen. Zwar hat diese mit "Debut", "Post" und "Homogenic" unbestritten drei herausragende Platten der Neunziger hervorgebracht, doch schon die Mischung aus esoterischer Emphase und gespielter, kindlich naiver Verlegenheit in ihrem Gesang verheißt einen starken Hang zum Overacting. Die Anfangsszenen von "Dancer in the Dark" scheinen den Verdacht, dass Björk ihre Rolle als eine zeitgemäße Version des "Mädchens mit den Schwefelhölzern" angelegt haben könnte,


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