Terror in Hollywood

Retrospektive Die von den renommierten Filmhistorikern Noel Burch und Thom Andersen kuratierte Schau "Blacklisted - Movies by the Hollywood Blacklist Victims" würdigt das Werk und den Einfluss der zahlreichen US-Filmschaffenden, die in der Ära des Kalten Krieges mit Berufsverbot belegt und nicht selten an die Ostküste oder ins Exil nach Europa vertrieben wurden.

Extra | CHRISTIAN CARGNELLI | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Der 21. März 1999. Oscar-Nacht in Los Angeles. Im Dorothy-Chandler-Pavillion erhält der Regisseur Elia Kazan den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk; während der Zeremonie bleiben etliche im Publikum sitzen und verweigern den Applaus, darunter Stars wie Amy Madigan, Ed Harris und Nick Nolte. Draußen halten Demonstranten Plakate in die Höhe: "Don't whitewash the blacklist" steht da zu lesen und: "Kazan: the Linda Tripp of the 1950s". Der 10. April 1952. Kazan erscheint vor dem Committee on Un-American Activities, House of Representatives (HCUA), jenem Senatsausschuss, der seit 1947 Verhöre in Hollywood durchführt, die einem einzigen Ziel dienen: "Subversive" aufzuspüren, von Moskau "gesteuerte" Linke, die die Filmindustrie "unterwandern". Standardfrage des Ausschusses: "Are you now or have you ever been a member of the Communist party?" Wer die Antwort verweigert, riskiert, wegen Missachtung des Kongresses verurteilt zu werden; wer Kollegen denunziert, kann seine Karriere in der Regel


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