Nicht versöhnt in Italien

Dokument "Fortini/Cani" von Jean-Marie Straub und Daniele Huillet (1976), erinnert von PETER NAU

Extra | PETER NAU | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Ein schwer zugängliches Werk. Sein Titel bezieht sich auf den italienischen Autor Franco Fortini und dessen 1967 erschienenes Buch "I Cani del Sinai" ("Die Hunde des Sinai"). "Fortini/Cani" liegt auf der Linie von "Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene" (1972) sowie "Moses und Aron" (1974), zweier Straub-Filme, die aus dem Interesse für Leben und Werk des Komponisten Arnold Schönberg erwuchsen und sich um die Fragen des Judentums und des Antisemitismus drehten.

Die Erscheinungsformen des Letzteren historisch aufzurollen, um ihn von seinen Ursachen her zu verstehen, hatte Fortini mit seinem Buch unternommen. Dieses Buch liegt am Anfang von "Fortini/Cani" - zunächst geschlossen - auf einem Tisch, dann ist eine aufgeschlagene Seite mit der Brille des Lesers darauf zu sehen. Ungefähr zwei Drittel des Textes werden im Laufe des Films vom Autor selbst vorgelesen. Man erinnert sich an Straubs Literaturfilme "Nicht versöhnt" (1963) und "Geschichtsunterricht"


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