"Sprechen ist nicht sehen"

LIEBE, ARBEIT, KINO Die Viennale zeigt Jean-Luc Godards "Histoire(s) du cinema", auf Deutsch sind zwei Bücher über ihn erschienen, und auch sonst bergen seine Filme immer noch jede Menge Gesprächsstoff. 10

Extra | VRÄÄTH ÖHNER | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Es wird wieder von Godard die Rede sein. Vielleicht nicht mehr so viel und so aufgeregt wie Anfang der Neunzigerjahre (als "Nouvelle Vague" in den Himmel der Meisterwerke gehoben wurde), aber immerhin. Man wird wieder von Godard sprechen, und in diesem Sprechen wird man nicht umhin können, die alten Positionen noch einmal zu beziehen. Godard diente immer schon als taugliches Distinktionskriterium, das die Unterscheidung erlaubte zwischen denen, die ins Kino gehen, weil sie sich für den Film (im Singular und im Allgemeinen) interessieren, und denen, die ins Kino gehen, weil sie sich für etwas anderes interessieren (das Ereignis, das Spaßhaben, die Stars, den Glamour). Beide werden ihre Sicht der Dinge bestätigt bekommen: Die einen, dass es sich weiterhin lohnt, emphatisch am Begriff "Kino" festzuhalten, die anderen, die ohnehin nie so recht wussten, welchen Sinn dieses Festhalten denn habe, dass es sich dabei schlicht um Heldenverehrung handelt. Kurz und gut, wenn im Rahmen eines Viennale-Special


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