Retten, was zu retten ist

Studiengebühren. Internationale Beispiele zeigen: Studiengebühren könnten eine Chance für Österreichs Universitäten sein. Doch die Regierung ist drauf und dran, diese zu verschleudern.

Politik | Gerald John | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Mittwoch, 17 Uhr. Studenten-Plenum zum Thema Studiengebühren im Audi-Max der Universität Wien. Vorm Saal stehen drei grantige Aktivisten und rütteln an den verschlossenen Türen. Sonst ist niemand gekommen. Wann denn die Debatte drinnen losgehe? "Die ist vors Audi-Max verlegt worden", keift einer der Organisatoren und setzt sich auf die Stiege neben dem Eingang: "Ich sichere mir jetzt den besten Platz."

Donnerstag, 15 Uhr. "Informationspicknick" des sozialistischen Studentenverbandes (VSStÖ) vor der Universität. Zwei Aktivisten klammern sich an ein Transparent, damit es der Sturm nicht wegreißt. An die Passanten werden Kuchen und Getränke verteilt; es ist noch genügend davon da. Unter die interessierten Studenten mischen sich "easy bank"-Girls von der Bawag, Bank-Austria-Werber und Zeitungsabo-Keiler. Sie sind in der Mehrzahl.

Stell dir vor, es ist Studentenprotest, und keiner geht hin. Vielleicht weil sich die Vertreter der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) noch nicht einig


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