Presseschau

Medien | Armin Thurnher | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Die olympischen Spiele sind, wie man so sagt, Geschichte. Die einschlägigen Sonderteile der Zeitungen, uninteressant wie eh und je, sperren zu. Der Präsident des olympischen Komitees erklärte die Spiele wie eh und je zu den besten, die es je gab, und der österreichische Präsident das nationalen olympischen Komitees stellte sich stolz, aber auch nachdenklich, den Fragen der Reporter. Wie eh und je. Etwas aber war anders: Es gab eine Idee, die man als zukunftsweisend für die durch Internet, Reality-TV und grassierende Verblödung gefährdeten Printmedien bezeichnen könnte. Der Sun Herald aus Sydney veröffentlichte zum guten Ende der australischen Spiele in einer Ausgabe die Namen aller 47.000 Helfer dieser Spiele. Da ist Musik drin! Die Zeitungsidee der Zukunft: Weg mit den Artikelresten. Druckt Mega-Namenslisten! Zum Beispiel die Namen aller Wiener Polizisten. Oder die Namen aller Studenten, die Stipendien beziehen. Die Namen aller Stiftungsbesitzer oder die aller Stadtangestellten. Die aller Mitglieder von Fußballklubs. Irgendwann käme jeder zu seiner Chance. Das wäre echte Mediendemokratie.


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