Von Tokio bis Kritzendorf

Video. Manfred Neuwirths "Trilogie der Zwischenräume" schafft Platz zum Sehen und Hören, weil sie Augen und Ohren nicht mit Erklärungen verkleistert.

Michael Omasta | Kultur | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Kurze Abblende, kurze Aufblende: Schwarzfilm, jeweils eine Sekunde lang, setzt die einzelnen Einstellungen gegeneinander ab. Die Analogie zu einem "Fotoalbum" ist durchaus gewollt: Wie die einzelnen Bilder dort für gewöhnlich alle dasselbe Format haben, bleibt hier die Einstellungsdauer immer gleich. Acht Sekunden Film, reproduziert in fünffacher Zeitlupe - asynchron dazu läuft, in normaler Aufnahmegeschwindigkeit, der Ton ab. Sehen und Hören ist zweierlei; "Zwischenräume" reißen auf zwischen der visuellen und akustischen Ebene, und jede für sich erfordert ungeteilte Aufmerksamkeit.

Manfred Neuwirths "Trilogie der Zwischenräume" besteht aus drei mittellangen Filmen, die der niederösterreichische Filmemacher in Tibet, in Japan, im Waldviertel aufgenommen und, wie eingangs beschrieben, gestaltet hat: "Tibetische Erinnerungen" (1988-95), "manga train" (1998), "magic hour" (1997-99). Und wie jedes gute Konzept, so ergab sich auch dieses erst im Arbeitsprozess, konkret: während des

  542 Wörter       3 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  • Wenn Humpen lumpen

    FPÖ. Die Puff-Affäre gibt auch Einblicke in die scheinheilige und halbseidene Allianz zwischen FPÖ, Polizei und Medien.
    Politik | Florian Klenk | aus FALTER 40/00
  • Dolm der Woche: Rudolf Kaske

    Politik | aus FALTER 40/00
  • Bei Bedürfnis: Loge

    Öffentliche Toiletten. Seit ein paar Wochen ist die Bedürfnisanstalt in der Opernpassage frisch saniert: Die "Opera Toilet Vienna" ist Wiens erste "Öffi" in privater Hand - sauber, komfortabel und mit Opernmusik. Die restlichen 333 öffentlichen Hauptstadtklos dienen eher ausschließlich der Grundversorgung.
    Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 40/00
  • Stadtmensch

    Stadtleben | aus FALTER 40/00
  • Bart ab, Augen auf!

    ERÖFFNUNGSFILM Agnes Jaouis Regiedebüt "Le gout des autres" entdeckt den Menschen im Fabrikanten, ohne zu menscheln.
    Extra | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 40/00
×

Anzeige


Anzeige