Schleichende Verhältnisse

Landeskunde. Österreich im Herbst - ein ganz normales Land? Der Philosoph Burghart Schmidt sprach mit dem "Falter" über die Veränderungen, die hierzulande vor sich gehen, über die Sinnhaftigkeit von Boykotten, die Spezifika österreichischer Intellektueller und den tief verwurzelten Katholizismus.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Burghart Schmidt gehört nicht zu jenen Denkern, die sich permanent zum Tagesgeschehen zu Wort melden. Der Philosoph, der bei Ernst Bloch studiert hat, 20 Jahre lang an der Hochschule für angewandte Kunst lehrte und heute als Professor für Sprache und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main unterrichtet, hat sich dafür in der Zeitschrift Wespennest (Nr. 119) zur aktuellen politischen Lage geäußert ("Zum Anschlich des Faschismus peu a peu in Österreich") und sich im jüngsten, soeben erschienenen Heft derselben Zeitschrift in einem umfänglichen Essay ("Von reinem Kunsthochmut, stolzer Geisteskälte und darin hausender Biederkeit des ,Unwiderlegbaren'") kritisch mit den kunstkritischen Positionen von Rudolf Burger ("Die Heuchelei in der Kunst") und Manfred Wagner ("Stoppt das Kunstgeschwätz") auseinander gesetzt.

Falter: Die Österreichdenker, die sich mit der Lage des Landes befassen, werden gerne in "Alarmisten" und "Normalisierer" eingeteilt. Ist das überhaupt


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