Nüchtern betrachtet: Warum sie da draußen dauernd Sex haben

Kultur | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Da draußen", versichert mir mein Chef jedesmal, wenn der Arbeitstag besonders ekelhaft zu werden sich anschickt, "haben sie jede Menge Sex." Ab und zu riskiere ich einen Blick nach draußen. Und? Nichts. Der Nachbar vis-a-vis schaut immer das gleiche Fernsehprogramm wie ich, und in den anderen Wohnungen sehe ich nur Wäscheständer und Schlafsofas, die ich nicht einmal der Lutz-Familie an den Hals wünschen möchte. Ach so, nur dort, wo weder der Fernseher läuft, noch das Licht an ist, spielt es sich ab?! Ja, dann haben sie da draußen wirklich jede Menge Sex. Seltsam, dass ich auch von den vorbereitenden Maßnahmen nie etwas mitbekomme. Ich meine, es werden ja nicht alle fesch essen gehen, angenehm angetütert bei der Tür reinkommen, "Lass das Licht ruhig aus!" rufen und einander die Kleider vom Leibe reißen. Sagt der oder die Ortskundige "Hier gehts lang" und manövriert seinen Sexualpartner zwischen Schuhen, Sesseln, Wäscheständern und Hometrainern ins Schlafzimmer? Und ist es


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