Stadtrand: In der Zwischenzeit

Stadtleben | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Wenn ich morgens das Haus verlasse, muss ich Jacke und Wollhaube tragen - so will es das Jahreszeiten-Protokoll. Mittags zum Jausenholen benötigt man die mollig-warmen Winterutensilien eher weniger und abends dann wieder doch. Schwitzen, frösteln oder beides ist angesagt. Der Oktober ist nämlich der Monat der Twilight-Zone, eine Art "Zwischenzeit", in der - zumindest wenn der Oktober sich dazu entschlossen hat, möglichst "golden" zu werden - die meisten Menschen eigentlich immer das Falsche anhaben. Beziehungsweise dauernd damit beschäftigt sind, den Klamottenstatus zu ändern. So trifft man unterwegs kurzbehoste Sandalettis genauso wie dick daunenvermummte Polarforscher. T-Shirt oder Norwegerpulli? Darf man jetzt noch Sonnenbrillen tragen, ist es nicht etwas zu früh für Stiefel? Auch esstechnisch kommt es jetzt zu Überschneidungen: Einerseits haben die Eissalons (noch mindestens bis zum Wochenende, eindecken!) geöffnet, andererseits heizen die Maronibrater bereits ihre Öfen an. Bratkartoffeln oder Panna Cotta? Echt schwierig. Doch spätestens wenn die Weihnachtsbeleuchtung hängt und die ersten Schneeflocken fallen, weiß man in der Hauptstadt, was angesagt ist: doofe Weihnachtsmannmützen und süßen Punsch. Ahhrghh! C. W.


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