Bei Bedürfnis: Loge

Öffentliche Toiletten. Seit ein paar Wochen ist die Bedürfnisanstalt in der Opernpassage frisch saniert: Die "Opera Toilet Vienna" ist Wiens erste "Öffi" in privater Hand - sauber, komfortabel und mit Opernmusik. Die restlichen 333 öffentlichen Hauptstadtklos dienen eher ausschließlich der Grundversorgung.

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Wow", sagt die australische Touristin und strahlt. Mehr Kommentar ist ihr nicht zu entlocken, aber die junge Frau ist sichtlich begeistert. Nicht Sachertorte, Schönbrunn oder Stephansdom sind Grund für ihr Entzücken, sondern die neue "Opera Toilet Vienna", Wiens erstes öffentliches Klo in privater Hand. "Wenn ich meinen Fotoapparat dabei gehabt hätte, hätte ich ein Foto gemacht", sagt die Australierin, nachdem sie sich von ihrem Klo-Trip wieder beruhigt hat. "So ein Toilettenerlebnis habe ich noch nie gehabt, und ich bin doch sehr überrascht." Angenehm, versteht sich.

In die Opernpassage dringen Verdi-Arien. Aber hier hat man keine Direktverbindung zum Singhaus am Ring, sondern die Musik kommt aus dem öffentlichen Edelklo. Frisch renoviert beim - ebenfalls ganz neuen - Abgang zur Passage befinden sich die wohl saubersten "Öffis" der Stadt. Wer sieben Schilling (zur "Not" gehen auch Zehn-Schilling-Münzen oder D-Mark) in den Automaten einwirft, darf das enge Drehkreuz passieren und


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