Bei Bedürfnis: Loge/Bedürfnisanstalten: "Beistrich in der Muschel"

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Mit Büchern hat der Mani eigentlich nicht viel zu tun. Hin und wieder, wenn es zu langweilig wird, verbeißt er sich in einen Jerry Cotton oder ein anderes Heftl, das doch. Schon gar keine gebundenen Bücher liegen an seinem Arbeitsplatz herum, nur zusammengerollte Groschenhefte. In seinem kleinen Kobel am Standort der WC-Anlage Mariahilfer Straße, Ecke Amerlingstraße steht ein überdimensioniertes Radiogerät, ausgelesene Zeitungen stapeln sich, viel Putzzeug ist gehortet. Früher hat er sogar einen Computer dabeigehabt und eine Satelliten-Schüssel installiert. Heute hat er Kisten und Hocker aufgestellt, Bekannte kommen auf einen Plausch vorbei. Ein penetranter Uringeruch frisst sich in die Kleider, aus den Kabinen her stöhnt es manchmal, ein Drücken und Plumpsen. In die Pissoirs, die durch eine Stellwand von Manis Nische abgetrennt sind, tröpfelt oder spritzt es kräftig hinein - je nachdem. Die Kakophonie überhört er mittlerweile.

Wenn der Mani aber bei einem Bier oder zwei in


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