Tier der Woche: Federgewicht

"To begin with", he said heavily, "you've got to understand that a seagull is an unlimited idea of freedom, an image of the Great Gull, and your whole body, from wingtip to wingtip, is nothing more then thought itself." Richard Bach: "Jonathan Livingston Seagull"

Peter Iwaniewicz, iwaniewicz@falter.at | Stadtleben | aus FALTER 40/00 vom 04.10.2000

Herbst. Da pflegen sich sommerleichte Gedanken zu trüben Regenwolken zusammenzuballen und leicht geschürzte Körper beginnen wie Espenlaub im Herbststurm zu zittern. Auf "Wo soll das alles enden"-Spaziergängen lassen sich tiefsinnige Fragen an das Leben stellen, und wenn man wirklich Glück hat, dann erhält man darauf auch eine Antwort. Von einer inneren Stimme. Und diese diktiert einem dann ein schwülstiges Epos über eine Möwe, die anders sein will als ihre bloß auf Nahrungserwerb erpichten Artgenossen. So erging es vor 41 Jahren einem gewissen Richard Bach aus Long Beach, USA. Eifrig notierte dieser die Story von der Alternativ-Möwe, doch plötzlich schwieg die Stimme. Acht Jahre lang. Und erst dann meldete sie sich mit dem Schlusskapitel wieder, in dem J. L. Seagull bei einer edlen Rettungsaktion umkommt und als Möwenmessias wieder aufersteht. Aber die Zeit war noch nicht reif für diese 10.000 Worte umfassende Kurzgeschichte. Erst im Herbst 1970 erschien der Text als 90 Seiten

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