Keine Hinrichtung!

Justiz. Der umstrittene Richter Ernest Maurer wird nicht "hingerichtet", wie "profil" vermutet. Er bekommt nur eine notwendige Lektion in Sachen Pressefreiheit.

Vorwort | Florian Klenk | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

Von der Straße tönt Lärm herauf. Ganz nahe an den Fundamenten des Justizpalasts wird seit Wochen alles umgegraben. So laut, dass es ganz oben im Hofratszimmer des Senatspräsidenten dröhnt und wackelt. In diesem Dachgeschoß saß vorvergangene Woche Medienrichter Ernest Maurer bei einem Interview und begann fast zu weinen.

Mit "nassen Augen"und "stockender Stimme" klagte Maurer dem profil sein Leid. Kampagnen gegen seine Person seien geritten worden. Freunde hätte er verloren. Selbst Richterkollegen seien "verhetzt". "Ganz substratlos" hätte man ihn "mit Dreck beworfen" und dann mit "Pfui, der stinkt aber" geächtet.

Das Interview hat zumindest auf den Fragesteller gewirkt: "Eine Hinrichtung auf Raten", sah der sonst so kritische profil-Justizexperte Paul Yvon. Wahrscheinlich sei Maurer wirklich "zu Unrecht dem Verdacht der FPÖ-Nähe ausgesetzt worden", grübelte er.

Richter Maurer ist Vorsitzender eines Mediensenats, der über Klagen der FPÖ entscheidet. Richter Maurer sitzt auch


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