"Ich habe gelogen"

Spitzelaffäre. Josef Kleindienst präzisiert seine Vorwürfe: Die Wiener FPÖ soll geheime Daten erhalten haben. Selbst Omofuma wurde posthum bespitzelt. FP-Klubchef Westenthaler wird jedoch entlastet.

Politik | Florian Klenk und Nina Weissensteiner | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

Der Polizist Josef Kleindienst ist im Stress. Ein Fototermin bei News, ein Fernsehauftritt bei ATV. Jeder reißt sich um den 37-jährigen Mistelbacher. Kein Wunder: Seine Enthüllungen ("Ich gestehe") über die Praktiken der FPÖ, missliebige Personen gegen Bares von Polizisten beschnüffeln zu lassen, erschüttern seit einer Woche die Republik. Noch nie hatte ein freiheitlicher Funktionär derartige Einblicke in ein mutmaßliches blaues Netzwerk von Korruption und Bespitzelung geliefert. Doch Kleindienst will keine Namen nennen. Der Grüne Peter Pilz hat es hingegen bereits getan: Vergangenes Jahr etwa wurde der freiheitliche niederösterreichische Landtagsabgeordnete Leopold Mayerhofer vom Disziplinarsenat der Wiener Polizei verurteilt, weil er über ein Dutzend Mal ohne dienstlichen Grund Daten ausgehoben hatte. Die seltsame Reaktion der FPÖ: "Kaffee von gestern."

Nun dürfte auch die Wiener FPÖ ernste Probleme bekommen. Kleindienst behauptet, dass geheime Daten illegal und direkt von


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