Prager Fenstersturz

Weltbanktreffen. Aus Angst vor der Polizei sprang eine Wiener Demonstrantin während eines Verhörs in Prag aus dem Fenster - und stürzte zehn Meter tief.

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

Im freien Fall blickt sie hinunter. "Bitte fangt mich auf, Büsche", betet sie. Zehn Meter. Dann knallt Silvia Mach auf den Beton. Ihr ist, als würden "meine Beine in den Oberkörper hinein bis zum Hals gestoßen". Mit letzter Kraft presst sie den Reisepass an die Brust, damit die Polizei ihn nicht findet. Dann wird sie von der Rettung abtransportiert.

Die Wienerin Silvia Mach sprang vor zwei Wochen während eines Verhörs aus dem zweiten Stock einer Polizeistation in Prag. "Aus Angst vor Folter", wie sie sagt. "Sie hatte doch gar nichts zu befürchten", sagt ein Sprecher des tschechischen Innenministeriums.

Die Teilnehmer an den Demonstrationen gegen das Treffen von Währungsfonds und Weltbank lieferten den Prager Beamten am 26. September eine wilde Straßenschlacht. 12.000 Globalisierungsgegner gegen 11.000 Polizisten. Das Ergebnis: über 100 Verletzte, 822 Verhaftungen.

Flaschen, Pflastersteine und Molotow-Cocktails flogen durch die Luft. Knallfrösche krachten. Die Schaufensterscheiben


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