"Negersklaven"

Geschichtsunterricht. Zwei Schulbücher mit seltsamen Geschichtsbetrachtungen erregen den Unmut von Lehrern, Historikern und Grünen. "Jugendadäquat", urteilt hingegen die Unterrichtsministerin.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

Auf Seite 14 werden die Schüler über die "heidnischen Türken" aufgeklärt, auf Seite 27 über Amerikas "Negersklaven". Im Kapitel über die "Nürnberger Rassengesetze" geizen die Autoren mit Anführungszeichen und relativierenden Kommentaren - im Gegenteil: Ewiggestrige Termini wurden kurzerhand übernommen. Die Einteilung der Menschen in "höher-" und "minderwertige Rassen" wird akzeptiert, zwei Seiten weiter den Pädagogen "die Rassentrennung" als ideale Prüfungsfrage nahe gelegt.

Den Geschichtslehrern am Wiener Schulschiff im 21. Bezirk reichts. Sie wollen eine Geschichtsschreibung a la "Meilensteine der Geschichte" (für die dritte und vierte Klasse Hauptschule und AHS, erschienen im Veritas Verlag) nicht mehr länger hinnehmen und erreichen, dass dieses Schulbuch nun endlich aus dem Verkehr gezogen wird. Denn in den beiden Bänden finden sich nicht nur rassistische Ausdrücke, sondern auch so manch seltsame Geschichtsbetrachtung. So wird etwa behauptet, die Sozialdemokraten hätten


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